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Ratgeber

PC sperren, Bildschirm bleibt sichtbar: so geht es unter Windows

Die Sperre von Windows verdeckt die Anzeige: Win+L und der Bildschirmschoner mit Kennwort schützen den PC, aber vom Bildschirm ist danach nichts mehr zu sehen. Wer den Bildschirm sperren und die Anzeige trotzdem sichtbar lassen will – für ein Dashboard, ein Anlagenbild oder eine laufende Messung –, braucht dafür in der Regel ein Zusatzprogramm: eine transparente (durchsichtige) Bildschirmsperre, die nur Tastatur und Maus sperrt, während die Programme sichtbar bleiben und weiterlaufen.

Stand: · ICT Baden

Wofür: Leitstand, Dashboard, Messrechner

Es gibt Arbeitsplätze, an denen ein Bildschirm beobachtet, aber nicht bedient werden soll – ansehen, nicht anfassen:

  • Leitstand- und Bedien-PCs, auf denen Anlagenbilder und Meldungen sichtbar bleiben müssen
  • Dashboard- und Wallboard-PCs in Produktion, Lager oder IT, die Kennzahlen zeigen
  • Messrechner im Labor, auf denen eine Messung läuft, die niemand versehentlich abbrechen soll
  • lange Läufe – ein Build, ein Datenimport oder ein KI-Agent, der im Hintergrund oder im Terminal arbeitet –, deren Fortschritt man im Blick behalten will

In regulierten Umgebungen kommt hinzu, dass nur berechtigte Personen ein System bedienen dürfen, in der Pharmaindustrie etwa nach 21 CFR Part 11 und EU GMP Annex 11. Gleichzeitig weist Microsoft darauf hin, dass automatisches Sperren die Arbeit behindern kann, etwa in einem abgegrenzten Fertigungsbereich, in dem nur vertraute Personen arbeiten. Gesucht ist also eine Sperre, die schützt, ohne die Anzeige zu verstecken.

Was Windows selbst bietet – und warum die Anzeige dabei verschwindet

  • Sperren mit Win+L

    Windows zeigt den Sperrbildschirm, die Fenster der Programme sind nicht mehr zu sehen. Die Programme laufen weiter, entsperrt wird mit der Windows-Anmeldung. Zum Schutz ideal – für eine Anzeige, die sichtbar bleiben soll, nicht.

  • Bildschirmschoner und automatische Sperre

    Nach einer Leerlaufzeit startet der Bildschirmschoner; mit Kennwortschutz oder der Richtlinie für Inaktivität sperrt er die Sitzung. Auch hier ist die Anzeige verdeckt.

  • Kiosk-Modus (zugewiesener Zugriff)

    Beschränkt ein Gerät auf eine App im Vollbild oder auf eine feste Auswahl an Apps. Diese Apps bleiben aber bedienbar: Der Kiosk-Modus legt fest, was benutzt werden darf, nicht dass niemand eingreift.

  • Tastaturfilter

    Unterdrückt in den Editionen Enterprise, Education und IoT Enterprise einzelne Tasten und Tastenkombinationen. Er ist für Geräte mit festem Zweck gedacht, wird von Administratoren eingerichtet (etwa per WMI) und filtert nur die Tastatur.

  • Keine Sperre

    Ohne automatische Sperre bleibt die Anzeige sichtbar, der PC aber offen: Jeder kann ihn bedienen – genau davor soll die Sperre schützen.

Die Sperrfunktionen von Windows schützen den PC also, indem sie die Anzeige verdecken. Für „gesperrt, aber sichtbar“ ist ein eigenes Programm der übliche Weg.

Tastatur und Maus sperren, Bildschirm sichtbar: die transparente Bildschirmsperre

Eine transparente oder durchsichtige Bildschirmsperre fängt Tastatur und Maus systemweit ab und legt eine durchsichtige Fläche über den Bildschirm. Darunter bleiben alle Fenster sichtbar und die Programme laufen weiter; entsperrt wird mit einer Anmeldung. Solche Programme gibt es von mehreren Herstellern – einen sachlichen Vergleich mit bekannten Produkten finden Sie auf der Produktseite von Vitrine.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:

  • Entsperren: Windows-Kennwort und Windows Hello oder ein eigenes Kennwort? Wer darf entsperren – nur die angemeldete Person oder auch andere?
  • Vertrauliches: Lassen sich Bereiche abdecken oder der ganze Bildschirm verdecken, wenn nicht alles sichtbar sein soll?
  • Bildschirm bleibt an: Werden Bildschirmschoner und Energiesparmodus während der Sperre unterdrückt, damit ein Wallboard nicht dunkel wird?
  • Mehrere Monitore: Deckt die Sperre jeden Monitor ab, auch bei unterschiedlicher Skalierung?
  • Nachweis: Wird protokolliert, wer wann gesperrt, entsperrt oder es vergeblich versucht hat?
  • Verteilung: MSI-Paket, Gruppenrichtlinie oder Intune für viele PCs?
  • Pflege: Ist das Programm für aktuelle Windows-Versionen gebaut und wird es weiterentwickelt?

Vitrine: die durchsichtige Bildschirmsperre von ICT Baden

Vitrine ist unsere transparente Bildschirmsperre für Windows 10 und 11. Strg+Alt+L oder ein Klick im Infobereich sperrt Tastatur und Maus; die Programme bleiben sichtbar und laufen weiter, darüber liegt nur eine leichte Abdunkelung. Auf Wunsch erscheint ein Hinweis wie „Messung läuft – bitte nicht berühren“. Entsperrt wird mit dem Windows-Kennwort oder Windows Hello.

  • Viele Wege zu sperren

    Per Tastenkürzel, im Infobereich, nach Leerlaufzeit, nach Zeitplan oder schon beim Start – für Leitstand- und Wallboard-PCs.

  • Bildschirm bleibt an

    Während der Sperre kein Bildschirmschoner und kein Energiesparmodus; ein Overlay je Monitor, passend zur Skalierung.

  • Verdeckt, wo nötig

    Verdeckter Modus mit großer Uhr, abgedeckte Bereiche oder nur die Fenster ausgewählter Programme sichtbar.

  • Wer darf entsperren

    Die angemeldete Person, Administratoren, Gruppen oder einzelne Konten – festgelegt in den Einstellungen oder per Richtlinie.

  • Protokoll

    Jede Sperre, Entsperrung und jeder Fehlversuch mit UTC-Zeit und Verfahren. Die SHA-256-Hash-Kette macht Änderungen sichtbar, verhindert sie aber nicht; eine Kopie auf einer Netzwerkfreigabe und das Windows-Ereignisprotokoll sind unabhängige Gegenstücke.

  • Zentral verteilen

    MSI für die stille Installation, 52 Richtlinien als ADMX/ADML-Vorlagen für Gruppenrichtlinie und Intune.

Für GxP-Arbeitsplätze bringt Vitrine Bausteine mit: Zugriffskontrolle, Audit-Trail, elektronische Signaturen und automatisches Sperren. Ein validiertes Produkt ist Vitrine nicht; ICT Baden macht keine Konformitätszusage, Validierung und Risikobewertung liegen beim Betreiber.

Ehrlich gesagt: Vitrine ist eine Vorabversion (0.5.0), noch nicht signiert und noch nicht auf echten Geräten durchgetestet – unter anderem Windows Hello, mehrere Monitore, Remotedesktop und die Bedienung per Touch stehen noch aus. Vitrine schützt vor Personen an Tastatur und Maus, nicht vor Schadsoftware in der Sitzung, und Administratoren können Vitrine beenden. Durchsichtig heißt sichtbar: Für vertrauliche Inhalte den verdeckten Modus wählen. Vitrine ist kostenlos unter der MIT-Lizenz. Der Download folgt mit der Veröffentlichung.

Unser Produkt

Vitrine – Transparente Bildschirmsperre für Windows

Tastatur und Maus gesperrt, alle Programme sichtbar und aktiv – entsperren mit Windows-Kennwort oder Windows Hello; für Windows 10 und 11.

Status: Demnächst · Demnächst

Die Möglichkeiten im Überblick

Möglichkeiten, einen Windows-PC zu sperren, im Vergleich
MöglichkeitAnzeige sichtbarProgramme laufen weiterTastatur und Maus gesperrtEntsperrenZusätzliche Software
Win+L (Sperrbildschirm)neinjajaWindows-Anmeldungnein
Bildschirmschoner mit KennwortneinjajaWindows-Anmeldungnein
Kiosk-Modus (zugewiesener Zugriff)ja, die erlaubten Appsnur die erlaubten Appsnein, die erlaubten Apps bleiben bedienbar–nein
Tastaturfilterjajanur gewählte Tasten–nein
Keine Sperrejajanein–nein
Transparente Bildschirmsperre, z. B. Vitrinejajajaje nach Programm; Vitrine: Windows-Kennwort oder Windows Helloja

Kiosk-Modus und Tastaturfilter sind Funktionen von Windows für Geräte mit festem Zweck: den zugewiesenen Zugriff gibt es in Pro, Enterprise, Education und IoT Enterprise, den Tastaturfilter in Enterprise, Education und IoT Enterprise.

Was passt wann?

  • Der PC soll geschützt sein, die Anzeige darf verschwinden

    Win+L und die automatische Sperre von Windows genügen.

  • Die Anzeige muss sichtbar bleiben, niemand soll eingreifen

    Eine transparente Bildschirmsperre, zum Beispiel Vitrine.

  • Das Gerät soll nur eine bestimmte App zeigen, die bedienbar bleibt

    Der Kiosk-Modus (zugewiesener Zugriff) von Windows.

  • Auf dem Bildschirm stehen vertrauliche Daten

    Verdeckt sperren oder Bereiche abdecken – durchsichtig heißt lesbar.

  • Messrechner im GxP-Labor

    Eine Sperre mit Protokoll samt unabhängiger Kopie und festgelegten Entsperr-Berechtigungen, eingebunden in die eigene Validierung.

Häufige Fragen

Kann ich den PC sperren und trotzdem sehen, was auf dem Bildschirm läuft?

Mit Win+L oder dem Bildschirmschoner nicht – beide verdecken die Anzeige. Eine transparente Bildschirmsperre wie Vitrine sperrt dagegen nur Tastatur und Maus; die Programme bleiben sichtbar und laufen weiter. Vitrine ist derzeit eine Vorabversion (0.5.0). Der Download folgt mit der Veröffentlichung.

Laufen Programme weiter, wenn ich Windows mit Win+L sperre?

Ja. Die Sitzung bleibt bestehen und die Programme werden nicht beendet, ihre Fenster sind aber hinter dem Sperrbildschirm verborgen, bis sich jemand anmeldet.

Wie sperre ich Tastatur und Maus, ohne den Bildschirm zu sperren?

Mit einer transparenten Bildschirmsperre. Bei Vitrine genügt Strg+Alt+L oder ein Klick im Infobereich; Tastatur und Maus sind dann gesperrt, entsperrt wird mit dem Windows-Kennwort oder Windows Hello. Windows Hello ist dabei noch nicht auf echten Geräten getestet.

Hilft der Kiosk-Modus von Windows?

Nur, wenn das Gerät auf bestimmte Apps beschränkt werden soll. Der zugewiesene Zugriff legt fest, welche Apps laufen; diese bleiben aber bedienbar. Eine Sperre, bei der niemand eingreifen kann, ist er nicht.

Lässt sich Strg+Alt+Entf sperren?

Eine Anwendung kann sie nicht abfangen – Windows reserviert diese Tastenkombination für den eigenen Sicherheitsbildschirm. Windows selbst kann sie mit dem Tastaturfilter der Editionen Enterprise, Education und IoT Enterprise unterdrücken. Vitrine blendet dort während der Sperre Task-Manager, Abmelden und Kennwort ändern aus; Sperren und Benutzer wechseln bleiben.

Eignet sich eine durchsichtige Sperre für Messrechner im GxP-Umfeld?

Als Baustein ja: Vitrine bringt Zugriffskontrolle, Audit-Trail, elektronische Signaturen und automatisches Sperren mit. Ein validiertes Produkt ist Vitrine aber nicht, und Version 0.5.0 ist noch nicht auf echten Geräten getestet; ob der Einsatz 21 CFR Part 11 oder EU GMP Annex 11 genügt, bewertet der Betreiber in seiner Validierung.

Weitere Ratgeber

Microsoft, Windows, Windows Hello und Intune sind Marken der Microsoft-Unternehmensgruppe. Sie werden nur genannt, um Funktionen und Kompatibilität zu beschreiben.

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